Kurzer Gedanke zum Thema Geisterspiele.
2009: November (7)
Gespeichert unter Fußball, Leben
Schlagworte: Fußball, geisterspiele, gewalt, polizei, repression, riot
Zwanziger droht mit leeren Rängen
Schon mit der immensen Zahl der Stadionverbote hat sich die Gewalt immer mehr vor die Stadiontore verlagert und ist dort wahrscheinlich auch noch größer geworden. Sperrt man jetzt das gesamte Stadionpublikum aus, hat man nicht nur wenige tausend genervte bis frustrierte Menschen an der Backe, sondern wenige zehntausend. Gleichzeitig hat man nicht nur ein paar hundert Menschen auf der Straße, sondern ein paar tausend.
Ich frage mich ernsthaft, ob die Polizei wirklich so dumm ist, sich den Todfeind derart heranzuzüchten. Denn der Frust ist da, die Gewaltbereitschaft ist da — und wenn dann aber der Fußball eben nicht mehr da ist, wird es noch viel heftiger knallen.
Die Erfahrung lehrt aber, dass diese provozierten Auseinandersetzungen nicht als Folge des eigenen Fehlverhaltens erfasst werden, sondern eben zu solchen überzogenen Repressionsforderungen führen. Da aber die Repression nicht stärker sein kann als der geballte Hass einer riesigen Menge, wird die Polizei dort mehr oder weniger bald an organisatorische und personelle Grenzen stoßen — je nach dem, wie schnell sie ihre Ziele und Forderungen durchsetzt.
Jenseits von Gut und Böse oder „Sie kriegen drei Minuten, dann sind Sie weg!“
2009: November (3)
Gespeichert unter Fußball
Schlagworte: 2.11., 2009, acab, augenzeugen, bericht, bilder, bullen, fans, fch, fotos, Fußball, gewalt, hansa, hansa rostock, hooligans, ostseestadion, pauli, polizei, pyro, riot, rostock, sankt pauli, skb, sogenannte fans, stadionverbote, suptras, ultras, usp
Wie immer fangen wir mit den guten Nachrichten an:
1.) Euer Lieblingsblogger wurde weder festgenommen noch schwer verletzt. Und auch mir gehts gut.
2.) Ich habe die Prokrastination kurzzeitig besiegt und innerhalb von weniger als vierundzwanzig Stunden einen Blogeintrag zu irgendwas geschrieben.
3.) Das mit den Zahlen vorne dran lass ich jetzt erstmal wieder.
Gegen neunzehn Uhr begann der Tag gestern, und damit etwas später als sonst. Dem Taylorpolynom Lebewohl gesagt und zum Ostseestadion begeben. Wenn ich mir den Satz jetzt nochmal durchlese, finde ich, dass ich da schon wieder ganz schön viel richtig gemacht hab.
Abgesehen davon, dass die ganze Stadt zwar nicht nur von diesem Spiel sprach, aber doch wohl nur daran dachte, trug auch das riesige Polizeiaufgebot an eintausendfünfhundert Versagern in Uniform zur allgemeinen Motivation bei, hatte man doch noch die Entscheidung des BGH vom Freitag im Kopf. Am Stadion erwartete den geneigten Betrachter dann auch schon von Weitem ein eindrucksvolles Bild: hohe, erleuchtete Rauchsäulen aus dem Pauli-Pöbel in der Schillingallee, vor der Eishalle eine Polizeisperre, um den Kontakt zwischen Heim- und Gästeanhang zu verhindern. Durch rein physische Präsenz ist dies dann auch letztenendes gelungen, schließlich hatten die Bullenketten gar keinen Platz, um auseinanderzubrechen.
Trotzdem war der Pöbel angepisst genug, um die Berufspetzen sehr gut zu beschäftigen. Abgesehen von den an diesem Tag obligatorischen Flaschenwürfen mussten diese auch den Einsatz von Wasserbomben erdulden, welche einen eindeutig markanten Geruch hinterließen. Entsprechend angepisst und unter lautem „Uuaah!!“ wurde die Masse dann wegzuprügeln versucht, was im Endeffekt zwar gelang, jedoch nicht ohne Antwort blieb. Eine Handvoll Hansafans musste nämlich mit Platzwunden am Kopf behandelt werden, ganz zu schweigen von den bei solchen Einsätzen vorherzusehenden Prellungen und Schürfwunden. Jedoch wurde auch von Ronny-Normal-Fan einigermaßen zurückgedrückt. Ebenso konnte man frustrierte Jugendliche beobachten, die im griechischen Stil aus nächster Entfernung Pyrotechnik und Steine auf Polizeibeamte warfen.
Es gibt gar nicht so viele Streifenwagen, wie man welche anzünden will.
2009: Oktober (30)
Gespeichert unter Fußball
Schlagworte: bgh, Fußball, fußballfans, hass, jugendliche, polizei, riot, stadionverbot, stadionverbote, ultras, willkür
Was soll man dazu noch sagen. Wochenlang hat man auf heute gewartet, gehofft, war sich eigentlich sicher: das können die nicht machen. Weil unsere Freunde nichts falsch gemacht haben und trotzdem vor dem Stadion auf uns warten müssen. Weil unsere Freunde sich sogar wie beschissene Bürgerhoschis verhalten haben, noch nicht einmal aus der Reihe tanzten, und trotzdem vor dem Stadion auf uns warten müssen. „Das kann doch nicht sein, mit so ner autokratischen Scheiße können die nicht ewig durchkommen“, das haben wir gedacht.
Wir haben wirklich wieder ein bisschen dran geglaubt, wie solche Leute, die an die soziale Marktwirtschaft glauben, an die Illusion von Gerechtigkeit. Daran geglaubt, dass es in Deutschland ja nicht ganz so schlimm ist wie anderswo, dass es hier ja noch Leute und Institutionen gibt, die sagen: „Ernsthaft. So geht das nicht. Wo bleiben denn da die Menschen?“
Aber es ist anders gekommen. Denn der Bundesgerichtshof (BGH) hat nicht beschlossen, dass nun genug ist mit dem Despotentum. Hat nicht beschlossen, dass es Beweise oder ähnliches braucht, bevor Menschen ihres Lebensinhalts beraubt werden. Nein, Beweise braucht man, wenn ein Bulle einem den Arm bricht. Oder wenn der Nachbar die Äpfel vom Grundstück geklaut hat. Aber ein Lebensinhalt — was ist das schon!
Folgerichtig hat der BGH entschieden, dass die Vereine die Stadionverbote weiterhin einfach so aussprechen dürfen. Das geht nach dem Prinzip „Du, du und du. Raus!“. Schön; schön einfach. Denn was ist schon ein Mensch, der versucht, etwas aus seinem Leben zu machen, gegen zehntausend Menschen, die einfach nur rumsitzen und verblöden wollen. Richtig. Ganz abgesehen davon, dass vor zehn bis zwanzig Jahren diese Zehntausend sich von uns nicht haben stören lassen.
Was bleibt also? Eine Welt, in der die Gesellschaft mit uns freien Menschen macht, was sie will. Uns einsperrt, aussperrt, ganz wie ihr beliebt. Insgeheim wussten wir es ja schon, aber jetzt… Jetzt ist es von oberster Stelle legitimiert, dass „Sicherheitsbeauftragte“ sich als Richter aufspielen über unsere Leben. Und wenn wir von echten Richtern schon nichts mehr erwarten — was soll das ganze Schmierentheater denn jetzt noch bewirken? Nichts?
Wir lassen eure Städte brennen. Scheiß Bürger.
Gut, dass ihrs nochmal sagt.
2009: Oktober (29)
Gespeichert unter Fußball
Schlagworte: 2.11., 2009, fch, hamburg, hansa rostock, ostseestadion, pauli, polizei, rostock, sankt pauli, suptras, usp
Ungeachtet dessen kommt die Generalmobilmachung beiderseits des Antifaschistischen Schutzwalls natürlich langsam ins Rollen:
Vielen Dank an dieser Stelle an die anonymen Einsender obiger Informationen, welche mir weder namentlich noch persönlich bekannt sind :).
Edit: trotzdem sind noch nicht alle UPS-Mitglieder mit Karten versorgt. Da fällt mir ein lustiges Schimpfwort aus dem Azione Kaos ein: Unhools!!
Dein Leben is kein Actionfilm.
2009: Oktober (26)
Gespeichert unter Musik
Schlagworte: captain planet, indie, inselwissen, Musik, punk, rambo
Yippie-ay-yeah, Schweinebacke!!
Wenn sonst nix los is… Fußball scheint wieder spannend zu werden! Geil.
(Muss ich extra erwähnen, dass der oder die Autor_in des Indymedia-Artikels scheinbar weder Ahnung von Nazis, noch von Hools, geschweigedenn von Ultras hat? Eigentlich nicht.
Mildernd kann man berücksichtigen, dass USP selbst sich außerhalb des eigenen Blogs nicht im Internet äußert. Trotzdem. Scheiß Halbwissen.)



